Interview mit der Spitzenkandidatin des VSStÖ

Woher kommt sie? Wer ist sie? Wohin geht sie? – Wir vom ÖH-Wahl Blog haben uns Lucia Grabetz beim VSStÖ-Chillout im Votivpark geschnappt und ihr ein paar Fragen gestellt.

Nach einem morgendlichen Regenschauer zeigte sich gegen Mittag doch noch die Sonne. Und mit diesen Sonnenstrahlen füllte sich auch langsam die Wiese im Sigmund-Freud-Park der auch als Votivpark bekannt ist. Hier konnte man sich bei chilliger Musik, kühlen Erfrischungen, guter Verpflegung und den Leuten des VSStÖ entspannen.

Chill Out - VSStÖ

Verkaufsstand beim „Chill Out“ des VSStÖ im Votivpark.
Foto: Laurin Hieronymus Rüscher

Hier konnten wir auch die Spitzenkandidatin des VSStÖ, Lucia Grabetz, antreffen und ihr einige Fragen stellen.

Die junge, gebürtige Wienerin, die sich selbst als mutig, zielstrebig und kämpferisch bezeichnet, ist in Niederösterreich aufgewachsten und hat dort die Schule besucht. Nachdem den Schülern verboten wurde die BeSt (Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung) zu besuchen, entschloss sich ihre Klasse zu streiken und trotzdem teilzunehmen – der erste Funke einer Revolution.

In ihrem ersten Semester an der Universität Wien wurde sie dann Zeuge der „unibrennt“-Bewegung, die in ihre Übung einfiel und bessere Bedingungen für Studenten forderte. Durch diesen Akt der Rebellion wurde ihr Interesse an Hochschulpolitik geweckt.

Ihre Motivation, sich mit hochschulpolitischen Themen auseinander zu setzen, bezieht sie aus dem Wunsch das Studieren für ALLE möglich zu machen. Dies spiegelt sich auch in den Forderungen des VSStÖ wieder, die sich in 3 Bereiche aufteilen. Soziale Absicherung – Wohnen – Arbeit. So fordern sie beispielsweise ein Beihilfesystem, das Studierende lückenlos finanziell absichert. Ein gutes und leistbares Wohnen für alle. Und sichere Arbeitsverhältnisse mit gerechter Entlohnung.

Lucia Grabetz übernimmt innerhalb der Fraktion viele Aufgabenbereiche. So ist sie beispielsweise nicht nur Spitzenkandidatin sondern auch Sozialsprecherin. Vor allem während dem Wahlkampf besucht sie immer wieder Medientermine und andere Pressegeschichten, verkörpert den Verband und wirkt bei internen Diskussionen mit.

Für sie persönlich ist es besonders wichtig, dass der Zugang zu Hochschulen für alle Menschen möglich und unproblematisch ist. Außerdem soll es ausnahmslos keine Studiengebühren mehr geben, auch nicht für Drittstaatsangehörige.

Außerdem hat sie uns einen Einblick in die exotische Forderung „Studienzeit soll als Pensionsjahre angerechnet werden“ gegeben. Das große Problem am jetzigen Pensionssystem ist, dass Frauen benachteiligt sind. Frauen arbeiten öfters Teilzeit, haben insgesamt weniger Arbeitsjahre, sind länger arbeitslos und erhalten darum eine geringere Durchschnittspension. Diese Forderung könnte auf Hochschulebene etwas ändern, aber eigentlich sollte man das komplette Pensionssystem überarbeiten.

Auf die Frage warum der Wahlkampf dieses Jahr insgesamt etwas inhaltsschwach ausfiel entgegnete sie überrascht, dass der VSStÖ einen extrem inhaltlichen Wahlkampf führt. Sie sprechen ein breites Spektrum an Gruppen an, in den Bereichen Wohnen – Studieren – Arbeiten und gehen dabei in die Tiefe. Mit den Beispielen der Podiumsdiskussion für die türkischen Wahlen, die Podiumsdiskussion des VSStÖ Graz „Studierende, die arbeiten“ und einer Veranstaltung zu studentischem Wohnen. Dabei sieht sie Parties auch als politische Veranstaltungen, in denen man ein direktes Gespräch mit Studierenden führen kann. Sie merkt dabei an, dass dies sogar womöglich zu viele Inhalte sind um diese alle zu vermitteln. Denn die Vermittlung von Inhalten ist das Wichtigste eines Wahlkampfes. Dabei geht es dem VSStÖ nicht nur darum ob Platz im Hörsaal ist, oder ob es genug Fahrradabstellplätze gibt, sondern dass man das gesamte Leben des Studierenden im Auge hat. (Wohnen – Studieren – Arbeiten)

Wer die letzten politischen Gefechte verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass Lucia Grabetz nicht besonders gut auf die JUNOS zu sprechen ist. Wir haben nachgehakt warum sie die JUNOS so aufregen. – Die JUNOS heften sich „sozial“ auf ihre Fahnen, aber eigentlich besitzen sie das größte Elitedenken. Zu diesem haben nur Leute Zugang, die entsprechenden Möglichkeiten von zuhause oder in sozialer Hinsicht besitzen. 200-500€ sollen das Studium finanzieren, das bringt den Hochschulen nichts und benachteiligt finanziell schwächere Menschen. Eine Ideologie der Eliten.

Die Abschlussfrage. Warum sollte man euch nächste Woche wählen?

Weil wir dafür stehen, dass ALLE studieren können. Unabhängig von Staatsbürgerschaft und finanzieller Situation. Es soll nicht nur die aktuelle Situation an der Universität, sondern das ganze Leben der Studenten im Fokus stehen. (Wohnen – Studieren – Arbeiten). Beihilfesysteme und echte finanzielle Absicherung.

Lucia Grabetz

Lucia Grabetz beim VSStÖ „Chill Out“ im Votivpark
Foto: Laurin Hieronymus Rüscher

 

 

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