Die IG-Publizistik im Interview

Die ÖH-Wahl steht an und somit auch die Wahl zur Studienvertretung. Wir haben uns mit der IG-Publizistik, welche alle fünf Kandidaten stellt, auseinandergesetzt.
Was hat die IG in den letzten zwei Jahren erreicht? Wie wird das Budget der StV. verwaltet? Was unternimmt die Studienvertretung gegen Facebook-Gruppen, die Studierende ausschließen? Und was plant die IG in den nächsten zwei Jahren?
Mit diesen und anderen Fragen haben wir die IG-Publizistik konfrontiert.

(l. n. r.) Maria Wrona, Ao Zhou, Benedikt Kosian, Julian Stiepka, Dana Bayomy. (Foto: IG-Publizistik)

(l. n. r.) Maria Wrona, Ao Zhou, Benedikt Kosian, Julian Stiepka, Dana Bayomy. (Foto: IG-Publizistik)

Derzeit wird die Studienvertretung der Publizistik von der IG-PKW gestellt. Für das Publizistik Institut können fünf Kandidaten antretet. Alle fünf werden dieses Jahr von der IG-Publizistik gestellt. Die IG ist eine Basisgruppe, in der alle gleiches Stimmrecht haben. Obwohl es sich bei der Wahl zur Studienvertretung um eine Personenwahl handelt, stellt die IG die Gruppe in den Vordergrund.

Der Weg zum Interview gestaltete sich dann doch umständlicher als anfangs gedacht. Zuerst stellten wir via Facebook eine Interviewanfrage, um einen Termin während der IG-Wahl Bowle zu vereinbaren. Denn, wie von der IG auf Facebook angekündigt, wäre dies die perfekte Gelegenheit um die Kandidaten für die ÖH-Wahl kennenzulernen. Hier erfuhren wir, dass Einzelgespräche mit den Kandidaten nicht erwünscht sind, da die IG als Gruppe agiert und daher auch als Kollektiv antwortet. Weiters befanden sich die Kandidaten der IG nicht zeitgleich beim Bowlestand. Keine Gruppe, kein Interview. In einem Telefonat, das wir kurz darauf mit der IG führten, wurde schnell klar, dass das Interview per Mail stattfinden wird. Letztendlich und nach nur fünf kurzen Tagen, bekamen wir das beantwortete Interview per Mail zurück.

Hier nun das komplette Interview:

1. Wie wird man zu einem Teil der IG?
Am einfachsten ist es zu unserem Plenum zu kommen. Das findet jeden Mittwoch um 18 Uhr im Institut statt. (3.Stock, Raum 3.15). Dort bekommt man den besten Einblick in unsere Arbeit.

2.1 Die IG bringt jedes Semester die Zeitschrift Zündstoff heraus. Wie kann man seine Artikel einreichen?
Es gibt jedes Semester mehrere Redaktionssitzungen. Die kündigen wir auf unserer Website bzw. über unsere Social-Media-Kanäle an. Eine Mail-Adresse gibt es auch: zuendstoff.ig@gmx.at.

2.2 Unter welchen Kriterien werden die eingereichten Artikel ausgewählt?
Prinzipiell werden alle Artikel genommen, die geschrieben werden und unseren Grundsätzen entsprechen. Wir sehen den Zündstoff als Projekt, wo sich Studierende ausprobieren und (erste) journalistische Erfahrungen sammeln können.

2.3 Welchen Nutzen haben Studierende davon im Zündi zu publizieren?
Siehe 2.2. Außerdem stellen wir auch gerne, falls es gewünscht wird, eine Bestätigung über die redaktionelle Tätigkeit aus.

2.4 Welche Reichweite/Auflage hat die Zeitschrift und wie wird die Reichweite evaluiert?
Wir drucken jedes Semester rund 300 Exemplare, die wir bei unserem Punsch-/ bzw. Bowlestand sowie im ganzen Institutsgebäude verteilen. Die Lehrenden bekommen auch alle ein Exemplar, da wir uns auch kritisch zu Vorgängen am Institut äußern. Auf unserer Website wird der Zündstoff als PDF zu Verfügung gestellt, wo wir natürlich die Zugriffszahlen einsehen können.

3. In Euren Grundsätzen gebt Ihr an politisch unparteiisch zu sein. Zur Wahl stellt Ihr fünf Personen, die, laut Zündstoff, die Gruppe der IG repräsentieren. Auch auf das Interview antwortet Ihr als Gruppe und nicht als einzelne Kandidaten.
Wie kann ein Kollektiv bzw. eine Gruppe unparteiisch sein bzw. unparteiisch agieren?

Wir sind natürlich alle politisch und haben unsere eigenen politischen Meinungen. Vertretungsarbeit ist immer eine Form von „politisch sein“. Unser Slogan „Unabhängig seit 1989“ bedeutet allerdings, dass wir nicht von Parteien und deren Programm bzw. Agenda abhängig sind, wie es KandidatInnen wären, die von den jeweiligen Fraktionen entsandt sind. Wir können uns auf die Vertretung der Studierende konzentrieren und haben nicht dem Druck einer Partei im Rücken, die uns Vorgaben macht, wie wir zu handeln haben.

4. Welche Projekte habt ihr in den letzten zwei Jahren umgesetzt?
Wir haben erreicht, dass es eine Abgabebox für wissenschaftliche Arbeiten vor der Studienservicestelle gibt. So kann man außerhalb der Öffnungszeiten und in den Ferien jederzeit seine Arbeiten sicher abgeben.

Die Beratung der Studierenden ist uns sehr wichtig, weswegen wir in den letzten zwei Jahren 1000 Stunden Beratungszeiten angeboten und rund 2500 Mails/Facebook-Nachrichten/Anrufe beantwortet haben. Auf unsere Website sind die FAQ’s beantwortet zu finden. Bei studentischen Problemen, wie falsch eingetragene und fehlende Noten haben wir erreicht, dass diese korrigiert, bzw. eingetragen wurden.

Die Tradition der Erstsemestrigentutorien wurde in den letzten beiden Jahren ebenso aufrechterhalten. Wir organisieren diese Tutorien, um neuen StudienkollegInnen den Einstieg ins Studium zu erleichtern und sie miteinander zu vernetzen.

Neben der harten Arbeit haben wir auch auf das Feiern nicht vergessen. Drei Publizistikfeste und vier Punsch-/ bzw. Bowlestände wurden seit der letzten Wahl von uns organisiert. Sozialisation ist uns besonders wichtig und so sind die IG- Bowle- und Punschstände sowie das Fest zu festen Institutionen geworden.

Im kommenden Semester wird es ein neues englisches Masterstudium „Communication Science“ geben wo wir in der Entstehungsphase am Curriculum mitgewirkt haben. In den Berufungskommissionen für die neuen Professuren für „Journalismusforschung“ und „Publizistik- und Kommunikationswissenschaft“ (Schwerpunkt: Politische Kommunikation) waren und sind wir ebenfalls vertreten, um die Interessen der Studierenden bestmöglich zu vertreten.

Vor einem Jahr haben zum ersten Mal die Medienstudierendentagung in Wien ausgerichtet. Die Tagung findet einmal im Semester für Studierende aus Journalismus-, Kommunikations- und Medienstudiengängen aus dem deutschsprachigen Raum statt.

Obwohl wir viel umsetzten und umgesetzt haben, steht noch einiges auf unserer To-Do-Liste. Das neue Institut soll beispielsweise studierendenfreundlicher werden. Gemütliche Sitzgelegenheiten, öffentlich zugängliche Mikrowellen und ein paar Pflanzen sollen die Räume etwas freundlicher und praktikabler machen.


5. Wie evaluiert Ihr die Erfolge von Projekten (Instrument, Evaluation, extern oder intern)?
All unsere Projekte werden bei uns im Plenum nachbesprochen. Wie ist was gelaufen? Wo gibt es Verbesserungspotentiale? etc. Außerdem nehmen wir uns einmal im Semester auf einem 2-tägigen Seminar Zeit die umgesetzten Projekte zu besprechen und Projekte für die Zukunft zu planen. Das findet an einem Wochenende statt und wird von uns selbst organisiert.


6. Laut Euren Grundsätzen steht Ihr unter anderem für Chancengleichheit, Gleichberechtigung usw. Jedoch gibt es auf Facebook Gruppen, in denen
PKW Studierende ausgegrenzt bzw. ausgeschlossen werden. Als Studienvertretung habt Ihr diesbezüglich bereits mehrfach Beschwerden erhalten.
Was unternehmt Ihr dagegen? bzw. habt Ihr bereits Maßnahme dagegen eingeleitet?
Diese Gruppen stehen in keiner Verbindung zur Universität Wien oder den Studienvertretungen der Publizistik und Informatik. Wir sind weder verantwortlich für die Inhalte in diesen Gruppen, noch stehen wir in Kontakt mit dem/den Administrator/en. Die IG Publizistik ist als Studienvertretung nur unter dieser Adresse aktiv: https://www.facebook.com/igpublizistik
Hier bemühen wir uns, dass alle geteilten Infos aktuell und korrekt sind. 
Die Administratoren des Profils „Lorenz Schneider“ haben zu den Gruppen bereits Stellung bezogen und versichert, dass der Person, die den Account missbraucht hat, jeglichen Rechte entzogen wurden. Wir sehen es jedoch kritisch, wenn die Administratoren weiterhin so intransparent unter einem gemeinsamen Pseudonym agieren. Trotzdem arbeiten mit der Studienvertretung Informatik und unserer Studienprogrammleitung an Maßnahmen zur Lösung der Problematik.


7. Wie setzt sich das Euch zur Verfügung stehende Budget zusammen und wie wird bestimmt/kontrolliert, für welche Zwecke es ausgegeben wird?

Wir bekommen von der ÖH ein Budget zur Verfügung gestellt über das wir in den zwei Jahren unter gewissen Rahmenbedingungen verfügen können. Für welche Projekte / Förderungen wir das Geld ausgeben, wird im Plenum diskutiert. Hinsichtlich der Förderungen zum Beispiel haben wir ein 3-stufiges-Modell über die Höhe der Förderungen. Das richtet sich danach, wie und wie viele Publizistikstudierende im Prozess der Projektumsetzung oder danach davon profitieren. Wir fördern zum Beispiel Projekte, die in Kooperation mit anderen Organisationen stattfinden. Ein Beispiel ist hier die „Mokant-Akademie“. Hier können Journalismusinteressierte ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und neue Techniken des Schreibens erlernen. Ein weiteres Projekt, dass wir sehr gerne unterstützen und fördern ist under:docs. Das ist ein studentischer Forschungskongress für JungwissenschaftlerInnen der nächsten November an unserem Institut stattfinden wird.


8. Um das Gleichbleiben von Prüfungsbedingungen während der Semester zu garantieren bzw. um die Qualität und Schwere von Prüfungen zu kontrollieren, stellt die AG-WU unter anderem für sämtliche Prüfungen eine Auswertung der Prüfungsstatistiken (Noten in Prozentangaben usw.) zur Verfügung. Ist eine Umsetzung auch für die PKW denkbar bzw. in Planung?

Das ist eine Thematik, die auf der Universitätsvertretungsebene diskutiert werden müsste, nicht auf Studienvertretungsebene. Dass so etwas in nur einer Studienrichtung eingeführt wird und in anderen nicht, ist unrealistisch.

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