Die ÖH-Wahl und ihre Folgen: ein Resümee

Vor knapp 2 Wochen haben Studierende in Österreich die Bundes-, Hochschul- und Studienvertretung im Rahmen der ÖH-Wahl gewählt. Zumindest 26 Prozent von ihnen. Ein kleiner Rückblick auf die Wochen vor dem Wahlkampf, die Wahlergebnisse sowie Zukunftsprognosen. 

 

Zwischen Pre-Wahlparties, Interviews und Cocktailständen haben wir die letzten Wochen den diesjährigen ÖH-Wahlkampf genauestens beobachtet. Neben dem starken Plakatwahlkampf lag auch heuer der Fokus darauf, Studierende zu motivieren, wählen zu gehen. Trotz des Wahlkampfspruches „Nur wer nicht wählt, hat nichts zu sagen“ und allen Bemühungen überstieg die Wahlbeteiligung keine 26 Prozent – 2013 waren es immerhin 28 Prozent. Die niedrige Wahlbeteiligung kann eine Auswirkung verschiedener Faktoren sein: zu wenig Information zu den einzelnen Fraktionen und deren Wahlprogramm, Unwissen über die Tätigkeiten der ÖH oder auch schlichtes Desinteresse an Hochschulpolitik.

AG auf Platz 1

Im Gegensatz zur Wahlbeteiligung war das Ergebnis der ÖH-Wahl allerdings weniger überraschend: mit 27 Prozent der Stimmen lag die AG auf Platz 1, gefolgt von der GRAS mit 20 Prozent und dem VSStÖ mit 15 Prozent auf der Bundesebene. Die FLÖ freuen sich über 13 Prozent, die JUNOS Studierenden über 11, die FEST über 4 und der KSV-LiLi über 3 Prozent der Stimmen der Studierenden. Die ÖH-Fraktion der satirischen PARTEI – die LISTE – konnte sogar ganze 2 Prozent der Stimmen ergattern — genauso wie der RFS. KSV-KJÖ erzielten 2 Prozent und STULIFE 1 Prozent der Stimmen. Konkrete Koalitionsverhandlungen sind allerdings noch nicht erfolgt.

Spritzer, Cocktails und Chillouts

Der diesjährige Wahlkampf wurde von besonders vielen Veranstaltungen bereichert: von Clubbings bis zu Elefantenrunden, Chillouts und Maibaumaufstellen gab es ein vielseitiges Angebot, um sich mit den Fraktionen bekannt zu machen und Näheres über ihre Werte zu erfahren. Als Belohnung für den stressigen Wahlkampf und zur Feier der Wahlergebnisse feierten die Fraktionen am letzten Wahltag ihre Wahlparties – Selfies mit Herrn Mitterlehner und gratis Essen inklusive. Obwohl die Wahl nicht alle Erwartungen erfüllte, waren die Spitzenkandidaten im Großen und Ganzen zufrieden mit den Ergebnissen, wie sie uns mitteilten. Ein spannender Wahlkampf, der von Erlebnissen, Enttäuschungen und Überraschungen geprägt war.

Was die Zukunft bereithält

Die Wahl ist vorbei, die ÖH macht sich ans Werk. Ein mögliches Ziel wäre, bis zur nächsten ÖH-Wahl in 2 Jahren die Wahlbeteiligung zu steigern. Die niedrige Beteiligung ist allerdings unter anderem dadurch zu begründen, dass dieses Jahr erstmalig Privatuniversitäten, PHs und FHs an der Wahl teilnehmen durften – die Wahlbeteiligungen dieser lagen jedoch teilweise im einstelligen Bereich. Eine genauere Aufklärung über die Funktionen der ÖH sowie den tatsächlichen Einfluss und Tätigkeiten der verschiedenen Fraktionen könnte den Studierenden auch als Hilfe dienen und möglicherweise zur Stimmabgabe motivieren. Nun liegt es an der ÖH – ob die Konstellation der nächsten 2 Jahre das Ziel der höheren Wahlbeteiligung erreicht und was sich sonst alles in der österreichischen Hochschulpolitik ändert, wird sich zeigen.

Die ÖH-Wahl in Bildern
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