FLÖ – Eine „ideologiefreie“ Fraktion

Die Unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ) bestehen aus mehreren parteiunabhängigen Listen aus ganz Österreich, die sich zu einer Partei zusammengeschlossen haben. Die Fachschaftslisten sprechen sich gegen die Erhaltung einer Parteistruktur aus und bezeichnen sich selbst als eine „Fraktion frei von jeglicher Ideologie“, da sie in keine Schublade gesteckt werden wollen.

Bundesspitzenkandidat der Fachschaftslisten ist der gebürtige Niedersachse Philip Flacke (35). Er betont, dass das Hauptanliegen der FLÖ sei, die Interessen der Studierenden in den Vordergrund zu stellen und umzusetzen.

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Spitzenkandidat Philip Flacke (c) FLÖ

Entstehung und Hintergrund

Die Fachschaftslisten Österreich gibt es schon seit den 1980er Jahren. Schon damals standen sie einer Parteipolitik abweisend gegenüber. Erstmals durchgestartet hat die damalige Gruppierung an der TU Wien, woraufhin an anderen Universitäten Fraktionen mit denselben Maximen entstanden sind. Diese lokalen Gruppierungen schlossen sich zur FLÖ zusammen.

In den 1970er Jahren dominierte die Österreichische Studenten Union (ÖSU, später Aktionsgemeinschaft AG) die HTU (HochschülerInnenschaft an der TU), wobei diese von der ÖVP finanziell abhängig war. Eine parteiunabhängige Fachschaft war aus diesem Grund nur schwer umsetzbar. Diese Tatsache sah die FLÖ als Ansporn, um eine neue Fraktion zu gründen.

Bereits bei ihrem ersten Antritt zu den ÖH-Wahlen an der TU im Jahr 1981 gelang es der FLÖ, die Mehrheit der ÖSU zu brechen. Seit 1981 stellt die FLÖ an allen Fakultäten der TU sowie im Hauptausschuss die Vorsitzende bzw. den Vorsitzenden. Inzwischen ist die Fachschaftsliste an 13 Universitäten in ganz Österreich vertreten.

Leistungen der FLÖ

Seit 1. Juli 2013 gilt die Fachschaftsliste als zweitstärkste Fraktion in der Bundesvertretung. Die Gesetzesreform des Hochschülerinnen- und Hochschülerschaftsgesetzes (HSG) ist ein Ergebnis der FLÖ-Bilanz 2013 bis 2015. Mit der HSG-Novelle 2014 gingen auch die Wiedereinführung der Direktwahl der ÖH Bundesvertretung sowie das passive Wahlrecht für Drittstaatsangehörige einher. Das HSG ermöglicht eine Direktwahl durch Listenwahlrecht auf Hochschul- und Bundesvertretungsebene.

Wahlprogramm der FLÖ

Ein wesentliches Anliegen der Fachschaftsliste ist die Durchsetzung eines klar formulierten einheitlichen Studien- und Prüfungsrechts an allen Hochschultypen. Weiterhin fordert die FLÖ die Abschaffung der Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen an sämtlichen Hochschultypen und die Verlängerung der Ausbezahlung der Familienbeihilfe vom 24. bis zum 26. Lebensjahr. Die Durchsetzung von freien Wahlfächern steht ebenfalls am Wahlprogramm der Fachschaftsliste. Es sollen freie Wahlfächer in allen Studienrichtungen eingeführt werden, um eine fortlaufende Verschulung der Hochschulen zu verhindern.

Sarah Schober, die ÖH-Vorsitzende an der MedUni Wien fordert bei einer Pressekonferenz am 20. April zusätzlich die Verringerung der Anwesenheitspflichten, da Studierende neben ihrem Studium auch anderen Verpflichtungen nachgehen müssten.

In der nächsten Periode strebt die FLÖ erneut eine Exekutive der ÖH-Bundesvertretung an. Bis auf den Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) kann sich die „ideologielose“ Fachschaftsliste mit allen Fraktionen eine Kooperation vorstellen.

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