Grüne & Alternative Student_innen

„Gegen Diskriminierung ist GRAS gewachsen“, „Gratis Lernmaterial ist nicht umsonst“. Wer an einer Universität oder Hochschule studiert kommt an ihnen momentan kaum vorbei: den auffälligen, pink-grünen Wahlplakaten der Grünen und Alternativen Student_innen, kurz GRAS. Doch wer oder was steckt hinter diesen Plakaten? Wer sie sind und was sie fordern soll dieser Artikel klären.

Die GRAS gingen 1993 aus der „Grünen und Alternativen Wahlplattform“ hervor und stehen der Partei „Die Grünen – Grüne Alternative“ nahe, sind jedoch keine Teilorganisation dieser Bundespartei. Bei ihrer ersten Wahl 1993 mit Spitzenkandidatin Ulli Sima, heutige SPÖ Umweltstadträtin, erreichten sie 15% der Stimmen. Seit dieser Wahl gehören die GRAS zu den särkeren Fraktionen der ÖH. Im Jahr 2003 wurden sie sogar stimmenstärkste Fraktion mit 29% und verdrängten die bis dahin stärkste Fraktion, die AG, auf den zweiten Platz. Bei den letzten Wahlen 2013 mussten die GRAS mit 15% starke Verluste in Kauf nehmen. Diese Verluste sind zurückzuführen auf Untreue-Vorwürfe im Zusammenhang mit dem nicht kommerziellen „Café Rosa“, dass die GRAS zusammen mit dem VSStö (Verband Sozialistischer StudentInnen) und dem KSV – LiLi (Kommunistischer StudentInnenverband – Linke Liste) geführt haben und das 2012 aufgrund von Geldproblemen geschlossen werden musste. Trotz dieser Vorkommnisse führen  die GRAS seit 2013 in einer großen Koalition zusammen mit dem VSStö und dem KSV – LiLi die ÖH an. Das Ziel für die kommenden Wahlen im Mai 2015 ist hoch gesteckt: 25% sollen es laut der diesjährigen Spitzenkandidatin Meryl Haas werden.

Wofür stehen die GRAS?

Die GRAS beschreiben sich selbst als „bunter Haufen StudentInnen“, die sich für einen ökologischen Lebensstil und gegen Diskriminierung jeglicher Art, sei es die Diskriminierung der Frau, Drittstaatstudierenden oder physisch Benachteiligten, einsetzen. Sie verstehen sich selbst als feministische, basisdemokratische, aber auch system- und globalisierungskritische Fraktion, die auf einen gewaltfreien Diskurs setzt.

Sie kämpfen für mehr Transparenz innerhalb der ÖH und legen deshalb zu jedem Wahlkampf ihr eigenes Budget offen. Im Jahr 2013 betrug das Budget 40.000€, das zu einem großen Teil für Drucken, Give-Aways, das Wahlkampfteam und sonstige Infrastruktur verwendet wurden. In der Kampagne zur Wahl 2015 haben sie bisher ca. 27.000€ ausgegeben, jedoch wird sich diese Summe im Laufe des Wahlkampfes noch erhöhen. Das Budget wird ihnen dabei von den „Grünen“ zur Verfügung gestellt. Die genaue Aufstellung kann auf der Website der GRAS eingesehen werden.

Logo der GRAS

Logo der GRAS: eine Mücke. credit: dieGRAS

Das Logo der GRAS

Das Logo der GRAS ist eine Mücke. Diese Mücke kann hartnäckig und lästig sein, auch wenn sie sehr klein ist. Dieses Bild der lästigen und hartnäckigen Mücke setzen sie in Bezug zu ihren bildungs- und gesellschaftspolitischen Positionen und der damit einhergehenden Rolle,  unangenehme Fragen zu stellen und „unaufhörlich progressive Politik voran zu treiben.“

Forderungen für die Zukunft

Um der Diskriminierung in Österreichs Universitäten entgegenzutreten, haben sich die GRAS drei zentrale Forderungen überlegt. Erstens soll bis ins Jahr 2025 Halbe-Halbe auf den Universitäten herrschen. In anderen Worten, 50% Frauen sollen auf allen Ebenen der Universitäten angestellt sein. Dieses Ziel wollen sie mithilfe von finanziellen Anreizen für die Hochschulen erreichen. Zweitens fordern sie die Abschaffung von doppelten Studiengebühren und einen freien Zugang zum Arbeitsmarkt für Drittstaatstudierende. Und zu guter Letzt soll der Abbau von Barrieren und das Hinterfragen normierter Konzepte, wie Prüfungsmodalitäten oder Aufnahmeverfahren, vorangetrieben werden.

Die GRAS fordern einen freien Hochschulzugang und mehr aktive Mitgestaltung der Hochschulen durch ihre Studierenden. Konkret wollen sie Studiengebühren erlassen und keine Zugangsbeschränkungen, wie Aufnahmeprüfungen, durchführen. Darüber hinaus sollen Lernmaterialien durch eine digitale Bereitstellung für StudentInnen kostenlos verfügbar sein.

Ein ein weiteres zentrales Anliegen für die GRAS ist auch die freie Mobilität. Zu diesem Zweck haben sie das Studi-Ticket Modell vorgestellt. StudentInnen und SchülerInnen sollen für 300€ ein österreichweit gültiges Ticket für öffentliche Verkehrsmittel erwerben können. Wenn schon nicht gratis, dann wenigstens leistbar, ist ihr Motto. Zudem wollen sie in Wien ein „Fahrradies“ erschaffen, um den Studierenden größere Mobilitätsfreiheit zu garantieren. Dazu fordern sie mehr geschützte Fahrradwege in ganz Wien und eine größere Anzahl überdachter Fahrradabstellplätze nahe den Universitäten und Hochschulen.

Die Spitzenkandidatin – Meryl Haas gegen Kommerzialisierung

Die diesjährige österreichweite Spitzenkandidatin der GRAS ist Meryl Haas. Die gebürtige Linzerin hat zwei Jahre an der Vancouver Island University Informatik und Biologie studiert bevor sie im Jahr 2009, zur Zeit der Uni brennt Proteste, an die Universität Wien gewechselt ist. Momentan studiert sie im Masterstudium Molekulare Medizin an der Universität Wien und ist im bildungspolitischen Referat der ÖH-Bundesvertretung tätig. Sie spricht sich besonders gegen eine Kommerzialisierung der Universitäten und Hochschulen aus. Das bedeutet für sie Studiengebühren allen Studierenden zu erlassen und Lehr- und Lernmaterialien sowie notwendige Software gratis zur Verfügung zu stellen. Außerdem spricht sie sich vehement gegen die Zusammenlegung des Wissenschaftsministeriums mit dem Wirtschaftsministerium aus. „Das sagt eigentlich schon alles.“

 

Im GRAS liegt die Freiheit

Spitzenkandidatin der GRAS, Meryl Haas. Credit: © GRAS/Christopher Glanzl

Ein detailliertes Wahlprogramm und weitere Infos findet ihr auf der Website der GRAS http://www.gras.at/.

Autorin: Hannah Greber

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