Das ist der VSStÖ

Der Verband Sozialistischer Student_Innen (VSStÖ) hat sich für die ÖH-Wahlen 2015 viel vorgenommen. „Her mit dem ganze Leben“ wird auf den Plakaten für die Studierenden gefordert. Hier erfährst du was der VSStÖ will, was er schon erreicht hat und wofür er steht.

Der SPÖ nahe VSStÖ, auch „Vaust“ genannt, ist derzeit ein der größten Fraktonen in Wien. Mit dem Schwerpunkt auf die soziale Absicherung, Vereinbarkeit von Arbeit und Studium, sowie einem leistbarem Wohnen geht der „Vaust“ in den ÖH-Wahlkampf (19. bis 21. Mai). Österreichweite Spitzenkandidatin ist die 24-jährige Lucia Grabetz, Sozialreferentin der ÖH-Bundesvertretung und VSStÖ-Sozialsprecherin. Der VSStÖ charakterisiert sich durch Sozialthemen, linke Hochschulpolitik und Serviceleistungen für Studierende, wie zum Beispiel die VSStÖ-Sozialbroschüre.  Die sozialistischen Studierenden selbst bezeichnen ihre Ausrichtung als „links von der SPÖ“ bzw. stehen in einem „kritischen Naheverhältnis“ zur Partei. Momentan befindet sich der VSStÖ in der ÖH-Bundesvertretung in einer Koalition mit GRAS (Grüne & Alternative StudentInnen), FLÖ (Fachschaftslisten) und FEST (Fraktion Engagierter Studierender).

Gesellschaftspolitisch engagiert sich der Verband mit der Kampagne „¡NO PASARÁN! – Gemeinsam gegen Rechts“ um auf rechtes Gedankengut aufmerksam zu machen. Unter dem Slogan „Lesen können wir schon, jetzt lasst und denken!“ soll auch gegen das möglichst schnelle Sammeln von ECTS-Punkten und dem sturen auswendig lernen auf den Universitäten entgegen gesteuert werden.

VSStÖ-Rose

VSStÖ-Rose

Die Geschichte des VSStÖ

Als erster Vorläufer bildete sich erstmals 1893 die „Freie Vereinigung Sozialistischer Studenten“. Die Studierenden setzten sich für die Einführung des allgemeinen Wahlrechts ein und sympathisierten mit der ArbeiterInnenbewegung, weswegen sie deren klassisches Symbol, die rote Rose, auch als Logo führen. 1924/25 wurden schließlich die Gruppen aus Wien, Graz und Innsbruck unter dem Verband Sozialistischer Studenten (VSStÖ) geeinigt. In der Ersten Republik stellten sich die sozialistischen Studierenden gegen die deutschnationalen und antisemitischen Vorgänge an den österreichischen Universitäten, woraufhin der VSStÖ im Austrofaschismus verboten wurden.

Nach 1945 arbeitete der „Vaust“ an der Gründung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) mit und machte auf die Verbreitung antisemitischen Gedankenguts in Vorlesungen durch ehemalige Nazis aufmerksam. Der VSStÖ bezeichnet sich gerne selbst als „die einzige relevante nicht-konservative Studienorganisation“, zumindest bis in die zweite Hälfte der 1960er Jahre. Bei den Wahlen 1995 gelang es erstmals den ÖH-Vorsitz zu stellen. Mit Agnes Berlakovich wurde auch die erste Frau zur Vorsitzenden der Österreichischen HochschülerInnenschaft gewählt. Die sozialistischen Studierenden beteiligten sich im Weiteren an den Protesten gegen die Einführung von Studiengebühren, die „Unireform“ der schwarz-blauen Regierung und der #unibrennt-Bewegung.

Die Arbeit des VSStÖ

Ein Anliegen der VSStÖ war die Novellierung des Hochschülerinnen- und Hochschülerschaftsgesetz (HSG). Dieses Jahr können Studierende (einschließlich der Privatunis) wieder direkt wählen, Drittstaats-Angehörige haben ein passives Stimmrecht.

Unter Beteiligung mit der ÖH erarbeitete die Arbeitsgruppe der Hochschulkonferenz einen Reformkatalog zur Änderung der Studienförderung. Bisher wurden Erleichterungen für Alleinerziehende und Studierende mit Kind geschaffen, sowie die Zuverdienstgrenze bei Studienförderungen wurde angehoben. Außerdem muss bei Überschreitungen der Zuverdienstgrenze nicht mehr die volle Familienbeihilfe, sondern nur mehr jeder zu viel verdiente Euro zurückgezahlt werden.

Bei den Wahlen 2013 – damals noch ohne direktes Wahlrecht – war der Verband mit 17% die drittstärkste Fraktion. Das Wahlziel für 2015 sind 20% der Stimmen, so die Spitzenkandidatin Lucia Grabetz.

Text: Verena Richter

VSStÖ-Kandidatin Lucia Grabetz

Spitzenkandidatin Lucia Grabetz; Foto: VSStÖ

Zurück